| Home | 13. Juni 2026 HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ | ||||||||
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PRESSEERKLÄRUNG
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Teil 1:
Begrüßung durch Hartmut Müller, Vortrag von
Joachim Guilliard und 2 Songs der Musikgruppe Krakehlchen aus Heidelberg. ---------------------- »» Zum Vernichtungskrieg des faschistischen Deutschland gegen die Sowjetunion siehe die Infos zur Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag »»
Initiative Frieden!
Russland ist nicht unser Feind! von Michael von der Schulenburg Homepage
Der deutsch-russische Dialog ist unausweichlich Schlafwandelt die EU in den Atomkrieg?
Europa braucht jetzt den
Mut zum Frieden – ein Mahnruf zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges
Erklärung zum Besuch
des Grabes des unbekannten Soldaten am Roten Platz in Moskau
Für ein Ende des Krieges in der Ukraine und einen Neubeginn der
europäisch-russischen Beziehungen von Arno Gottschalk
US-Mittelstreckenraketen
Manifest der SPD-Friedenskreise "Friedenssicherung
in Europa durch Verteidigungsfähigkeit, Rüstungskontrolle und Verständigung
von Joachim Guilliard Vernichtungskrieg: Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ‒ einleitender Redebeitrag auf der Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2021 in Heidelberg
Gegen Rechts ‒ gegen Kriegstreiber, Militarisierung und Hochrüstung
Antikriegstag ‒ Deutschlands Verpflichtung zum Frieden
Der Ukrainekrieg: Der Weg hinein, die Konsequenzen und mögliche Schritte zu
seiner Beendigung Weitere Informationen
Rede Erhard Epplers, die er 2016 als 90jährigen zum 22. Juni hielt.
Ukraine-Krise: "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!"
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Respektieren - Zuhören - Verstehen mit dem ehem. UN-Diplomaten Michael von der Schulenburg, Arno Gottschalk vom Erhard-Eppler-Kreis, Dr. Theodor Ziegler von „Sicherheit neu denken“, Anja Titze und Joachim Guilliard, vom Friedensbündnis Heidelberg, musikalisch begleitet von der Musikgruppe Krakehlchen aus Heidelberg.
»Wer als Deutscher über Russland und
seine Menschen redet, auch über seine Politiker, seinen Präsidenten, muss im
Gedächtnis haben, was heute vor 75 Jahren begann. Dann wird jede verletzende
Arroganz verfliegen und sich das Bedürfnis regen, wenigstens einen Bruchteil
des Horrors wiedergutzumachen.«
Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der Feldzug wurde zum verheerendsten Verbrechen des deutschen Faschismus. Infolge der beispiellosen Brutalität der Kriegsführung und der Besatzungspolitik kamen über 27 Millionen Sowjetbürgerinnen und Sowjetbürger ums Leben. Millionen sowjetischer Kriegsgefangene und ZwangsarbeiterInnen starben in deutschen Lagern. Aus diesem Raub- und Vernichtungskrieg erwächst eine besondere geschichtliche Verantwortung Deutschlands gegenüber den Völkern der früheren Sowjetunion, auch gegenüber den Menschen in Russland: die Verpflichtung zur Verständigung, zu einer Politik für Frieden und Entspannung. Davon will man hierzulande nichts mehr wissen. Vertreter Russlands werden sogar von Gedenkveranstaltungen zu diesem Krieg ausgeschlossen. Stattdessen setzen die Herrschenden hierzulande mit ihren NATO-Verbündeten gegen Russland auf Konfrontation, Aufrüstung, Einkreisung und Truppenaufmarsch, Seit vielen Jahren wird das Feindbild Russland wiederbelebt. Berlin wendet sich gegen Kompromisslösungen im Ukrainekrieg und unterstützt stattdessen finanziell und militärisch dessen Fortsetzung, sowie Wirtschaftssanktionen, um „Russland zu ruinieren“. Die eingeleitete Hochrüstung zur größten europäischen Militärmacht steigert die Gefahr eines großen Krieges. Russland ist unser europäischer Nachbar. Für die Beendigung des Krieges in der Ukraine und einen dauerhaften Frieden in Europa müssen wir wieder zu einer Verständigung kommen. Über die Wege dahin wollen wir auf der Konferenz diskutieren. Hinweis: Eingeladen wurde auch Oleg Ju. Krasnitskiy, Generalkonsul der Russischen Föderation in Bonn. Ihm wurde aber von der Leitung der Katholischen Stadtkirche Heidelberg, u.a. nach Intervention des Generalkonsulats der Ukraine in München, Hausverbot erteilt. Für ihn hielt Anja Titze, die beruflich, wissenschaftlich und aktivistisch mit Frauenrechten befasst ist, eine "Mutterrede gegen Kriegstüchtigkeit, Aufrüstung und die Verfügbarmachung unserer Kinder"Siehe dazu Sa. 13. Juni 2026 14 - 18 Uhr | Haus der Begegnung
Eintritt 10,- €, ermäßigt 7,- € Veranstalter: pax christi Heidelberg und Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg in Kooperation mit lokalen und regionalen Friedensinitiativen Referenten:
Dialog statt Eskalation, Diplomatie statt Kriegstüchtigkeit Unter dem Motto „Respektieren – Zuhören – Verstehen“ diskutierten am 13. Juni rund 180 Teilnehmende im Haus der Begegnung über Wege zu einer neuen Entspannungspolitik. Die Heidelberger Friedenskonferenz 2026 war mit 180 sehr gut besucht und setzte ein deutliches Zeichen gegen den mittlerweile vorherrschenden Fokus aufs Militärische in der außenpolitischen Debatte in Europa. Nach der Begrüßung durch Hartmut Müller von pax christi Heidelberg, der auch als Versammlungsleiter fungierte, wies Joachim Guilliard vom Friedensbündnis Heidelberg in einer kurzen Einführungsrede daraufhin, dass die Konferenz zum Gedenken an den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion stattfand, der vor 85 Jahre, am 22. Juni 1941 begann. Er erinnerte an die historische Verantwortung Deutschlands, die aus den in diesem Krieg begangenen Verbrechen erwuchs und schilderte, wie weit die aktuelle deutsche Politik sich davon entfernt hat. Das Streben nach "Kriegstüchtigkeit", die extreme Hochrüstung, um größte europäische Militärmacht in Europa zu werden, stünden dem Friedensgebot, das sich aus der deutschen Geschichte ergibt, diametral entgegen. Anschließend sprach der ehemalige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg. Aus seiner über 30-jährigen Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten berichtete er, dass Kriege nicht durch „Nicht-Reden“ beendet würden. Als erste Stufe brauche es Gespräche, damit es nachfolgend überhaupt zu Verhandlungen und tragfähigen Lösungen kommen könne. Von der Schulenburg war erst kürzlich von einer Moskau-Reise zurückgekehrt, bei der er sich um Gesprächsmöglichkeiten und diplomatische Kontakte bemüht hatte. Sein Ziel sei es, wieder Kanäle zu öffnen - als notwendige Voraussetzung für spätere Verhandlungen. Frieden könne nicht durch erzwungene Kapitulation entstehen, sondern nur durch ausgehandelte Kompromisse und Interessenausgleich. Von der Schulenburg warnte zugleich vor einer gefährlichen Eskalationsdynamik. Gerade angesichts atomarer Risiken könne schon ein Missverständnis schwerste Folgen haben - bis hin zu einem unbeabsichtigten Atomkrieg. Besonders kritisch sah er, dass in politischen und militärischen Strategiedebatten zunehmend nicht mehr nur von Verteidigung gesprochen werde, sondern offen von Krieg, Siegfähigkeit und Kriegsvorbereitung. Arno Gottschalk, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und des Erhard-Eppler-Kreises innerhalb der SPD, machte deutlich, dass es auch in der SPD eine friedenspolitische Basis gibt, die den derzeitigen Kurs kritisch sieht. Er warnte vor den sozialen Kosten der Aufrüstung: Während enorme Summen für das Militär vorgesehen seien, drohten zugleich Kürzungen im sozialen Bereich. Wer Sparmaßnahmen mit fehlendem Geld begründe, schulde eine Erklärung dafür, dass im Verteidigungsbereich enorme Summen für Aufrüstung ausgegeben würden. Dieses Missverhältnis dürfe nicht verschwiegen werden. Da der angekündigte russische Generalkonsul nicht auftreten durfte, sprach stattdessen Anja Titze, die beruflich, wissenschaftlich und aktivistisch mit Frauenrechten befasst ist. Sie gab besonders Frauen und Müttern eine Stimme. In ihrer „Mutterrede“ appellierte sie an Mütter und Großmütter, sich der Kriegslogik zu verweigern und ihre Kinder nicht für Krieg und Aufrüstung herzugeben. Sie verwies auf einen grundlegenden Widerspruch: Kindern werde von klein auf beigebracht, Konflikte friedlich und ohne Gewalt zu lösen. Sobald sie aber alt genug seien, Soldaten zu werden, solle Gewalt plötzlich wieder als notwendig gelten - bis hin zum Töten. Am Beispiel einer Einladungskarte der Bundeswehr zeigte Anja Titze, wie junge Menschen mit Abenteuerbildern angesprochen würden, während die Realität von Krieg, Töten und Sterben ausgeblendet bleibe. Zugleich stellte sie die Frage, ob diejenigen, die militärische Stärke, Sieg und gewaltsame Lösungen fordern, auch bereit wären, die eigenen Kinder dafür herzugeben. Den Abschluss bildete ein Beitrag des Religionspädagogen Dr. Theodor Ziegler. Er betonte, Sicherheit könne niemals einseitig gedacht werden, sondern müsse immer auch die Interessen der anderen Seite einbeziehen. Zugleich wandte er sich kritisch an die Kirchen: Diese müssten ihre Haltung zu militärischer Gewalt und Aufrüstung überdenken und dürften nicht zur Vorbereitung von Krieg beitragen. Militärische Gewalt stehe in einem tiefen Spannungsverhältnis zum christlichen Friedensauftrag und zum Recht jedes Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Musikalisch begleitet wurde die Konferenz von
der Heidelberger Gruppe Krakelchen, die mit friedenspolitischen Liedern zum
Mitsingen einlud. Insgesamt wurde die Konferenz als gut besucht, lebendig und
erfolgreich wahrgenommen.
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