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13. Juni 2026  HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ

»» Offener Brief zum Hausverbot der Katholischen Stadtkirche Heidelberg für den Generalkonsul Russlands

»» PRESSEERKLÄRUNG zu
Stadtkirche gegen Dialog – Hausverbot für Generalkonsul Russlands

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Bericht, Redebeiträge

Videoaufzeichnung

»» Teil 1: Begrüßung durch Hartmut Müller, Vortrag von Joachim Guilliard und 2 Songs der Musikgruppe Krakehlchen aus Heidelberg.
»» Teil 2: Vortrag von Michael von der Schulenburg

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»» Zum Vernichtungskrieg des faschistischen Deutschland gegen die Sowjetunion siehe die Infos zur Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag

»» Initiative Frieden! Russland ist nicht unser Feind!

Publikationen

von Michael von der Schulenburg

Homepage
https://michael-von-der-schulenburg.com/ 

Der deutsch-russische Dialog ist unausweichlich
Im Vorfeld des 9. Mai, des russischen Tags des Sieges, sprach die MDZ mit ihm über seine russischen Wurzeln, die Voraussetzungen für einen Neustart des deutsch-russischen Dialogs sowie den Wandel der Erinnerungskultur.
MDZ, 08.05.2026
 

Schlafwandelt die EU in den Atomkrieg?

Teil 1: Prof. Theodore Postol und Michael von der Schulenburg

Europa braucht jetzt den Mut zum Friedenein Mahnruf zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges
Von Harald Kujat und Michael von der Schulenburg,
Die Welt erlebt derzeit einen der tiefgreifendsten geopolitischen Umbrüche seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – einen Umbruch, in dem die Europäische Union kaum noch als gestaltende Kraft wahrgenommen wird. Damit riskiert sie, zum großen Verlierer dieser globalen Neuordnung zu werden.  NDS,13..02.2026

Erklärung zum Besuch des Grabes des unbekannten Soldaten am Roten Platz in Moskau
NDS, 15. Mai 2025

Für ein Ende des Krieges in der Ukraine und einen Neubeginn der europäisch-russischen Beziehungen
Presseerklärung der EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg und Ruth Firmenich zu ihrer Reise nach Moskau am 9. und 10. Mai 2025

von Arno Gottschalk

US-Mittelstreckenraketen
Was bei der Ersatzdebatte verschwiegen wird und warum Rolf Mützenich mit seiner Forderung nach Alternativen richtig liegt
Erhard-Eppler-Kreis, 14.05.2026

Manifest der SPD-Friedenskreise "Friedenssicherung in Europa durch Verteidigungsfähigkeit, Rüstungskontrolle und Verständigung
 

von Joachim Guilliard

Vernichtungskrieg: Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ‒ einleitender Redebeitrag auf der Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2021 in Heidelberg

Gegen Rechts ‒ gegen Kriegstreiber, Militarisierung und Hochrüstung
Redebeitrag auf der Demonstration am 22. Feb. 2025 in Heidelberg „Kriegstüchtig? Nicht mit uns“

Antikriegstag ‒ Deutschlands Verpflichtung zum Frieden
Redebeitrag auf der Antikriegstags-kundgebung am 31.08. 2024 in Heidelberg

Der Ukrainekrieg: Der Weg hinein, die Konsequenzen und mögliche Schritte zu seiner Beendigung
Vortrag auf einer Veranstaltung der IPPNW am 30. Juli 2022 in Villingen

Weitere Informationen

Rede Erhard Epplers, die er 2016 als 90jährigen zum 22. Juni hielt.
"Wider die Spaltung Europas - Für eine neue Verständigung mit Russland"
Video: https://www.youtube.com/watch?v=LFLN7mhY3qo

Erhard Eppler
Demütigung als Gefahr - Russland und die Lehren der deutschen Geschichte
»Blätter« 7/2015, S. 69-77

Ukraine-Krise: "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!"
Roman Herzog, Antje Vollmer, Erhard Eppler,Burkhard Hirsch Hans-Jochen Vogel, Wim Wenders, Gerhard Schröder, Otto Schily und viele weitere fordern in einem Appell zum Dialog mit Russland auf.
ZEIT ONLINE, 5. Dezember 2014
Mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien warnen in einem Aufruf eindringlich vor einem Krieg mit Russland und fordern eine neue Entspannungspolitik für Europa. I


 

 

 
zum 85. Jahrestag des deutschen Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion

Respektieren - Zuhören - Verstehen
Frieden in Europa: Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik!

mit dem ehem. UN-Diplomaten Michael von der Schulenburg, Arno Gottschalk vom Erhard-Eppler-Kreis, Dr. Theodor Ziegler von „Sicherheit neu denken“, Anja Titze und Joachim Guilliard, vom Friedensbündnis Heidelberg, musikalisch begleitet von der Musikgruppe Krakehlchen aus Heidelberg.

 

»Wer als Deutscher über Russland und seine Menschen redet, auch über seine Politiker, seinen Präsidenten, muss im Gedächtnis haben, was heute vor 75 Jahren begann. Dann wird jede verletzende Arroganz verfliegen und sich das Bedürfnis regen, wenigstens einen Bruchteil des Horrors wiedergutzumachen.«
Erhard Eppler, ehem. Bundesminister (SPD) am 22. Juni 2016 zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

 

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Der Feldzug wurde zum verheerendsten Verbrechen des deutschen Faschismus. Infolge der beispiellosen Brutalität der Kriegsführung und der Besatzungspolitik kamen über 27 Millionen Sowjetbürgerinnen und Sowjetbürger ums Leben. Millionen sowjetischer Kriegsgefangene und ZwangsarbeiterInnen starben in deutschen Lagern.

Aus diesem Raub- und Vernichtungskrieg erwächst eine besondere geschichtliche Verantwortung Deutschlands gegenüber den Völkern der früheren Sowjetunion, auch gegenüber den Menschen in Russland: die Verpflichtung zur Verständigung, zu einer Politik für Frieden und Entspannung.

Davon will man hierzulande nichts mehr wissen. Vertreter Russlands werden sogar von Gedenkveranstaltungen zu diesem Krieg ausgeschlossen. Stattdessen setzen die Herrschenden hierzulande mit ihren NATO-Verbündeten gegen Russland auf Konfrontation, Aufrüstung, Einkreisung und Truppenaufmarsch, Seit vielen Jahren wird das Feindbild Russland wiederbelebt. Berlin wendet sich gegen Kompromisslösungen im Ukrainekrieg und unterstützt stattdessen finanziell und militärisch dessen Fortsetzung, sowie Wirtschaftssanktionen, um „Russland zu ruinieren“. Die eingeleitete Hochrüstung zur größten europäischen Militärmacht steigert die Gefahr eines großen Krieges.

Russland ist unser europäischer Nachbar. Für die Beendigung des Krieges in der Ukraine und einen dauerhaften Frieden in Europa müssen wir wieder zu einer Verständigung kommen. Über die Wege dahin wollen wir auf der Konferenz diskutieren.

Hinweis: Eingeladen wurde auch Oleg Ju. Krasnitskiy, Generalkonsul der Russischen Föderation in Bonn. Ihm wurde aber von der Leitung der Katholischen Stadtkirche Heidelberg, u.a. nach Intervention des Generalkonsulats der Ukraine in München, Hausverbot erteilt.  Für ihn hielt Anja Titze, die beruflich, wissenschaftlich und aktivistisch mit Frauenrechten befasst ist, eine "Mutterrede gegen Kriegstüchtigkeit, Aufrüstung und die Verfügbarmachung unserer Kinder

Siehe dazu
 - den
Offenen Brief zum Hausverbot zum  der Katholischen Stadtkirche Heidelberg für den Generalkonsul Russlands
 -
 
PRESSEERKLÄRUNG "Stadtkirche gegen Dialog – Hausverbot für Generalkonsul Russlands"

Sa. 13. Juni 2026

14 - 18 Uhr | Haus der Begegnung
Merianstraße 1 | Heidelberg-Altstadt (gegenüber Jesuitenkirche)

Eintritt 10,- €, ermäßigt 7,- €

Veranstalter: pax christi Heidelberg und Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg in Kooperation mit lokalen und regionalen Friedensinitiativen

Referenten:

Michael von der Schulenburg,
ehem. Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen, war über 34 Jahre lang in leitender Funktion in UN-Friedensmissionen in vielen Kriegsgebieten der Welt im Einsatz, unter anderem in Afghanistan, Haiti, Pakistan, Iran, Irak und Sierra Leone sowie auch in Syrien, Somalia, Zentralasien, auf dem Balkan und in der Sahel-Region.
Er ist Autor zahlreicher Artikel über den NATO/Ukraine-Russland-Konflikt und über Ansätze für Verhandlungen. 2024 wurde er fürs BSW ins EU-Parlament gewählt.
"In großer Sorge angesichts der sich immer mehr zuspitzenden politischen Lage"  reist er
mit Ruth Firmenich am 7. Juni 2026 auf Einladung des Europainstituts der russischen Akademie der Wissenschaften zu Gesprächen nach Moskau, . Geplant sind Treffen mit Vertretern des Präsidialamts und der Duma sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren. "Es geht uns darum, ein Signal gegen die Sprachlosigkeit zu setzen, die die Beziehungen der EU mit Russland bestimmt und die wir für äußerst gefährlich halten. Gerade in Zeiten von Konflikten ist es wichtig, Wege der Verständigung zu suchen. Wir halten es für dringend notwendig, neue zivilgesellschaftliche Gesprächsformate mit Russland zu etablieren statt auf immer weitere Eskalation und einen Wirtschaftskrieg zu setzen, der vor allem der EU und Deutschland schadet."

 

Arno Gottschalk,
Mitglied des
Erhard-Eppler-Kreis, Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft (SPD), Unterstützer des  Manifests der SPD-Friedenskreise "Friedenssicherung in Europa durch Verteidigungsfähigkeit, Rüstungskontrolle und Verständigung "

Sicherheit entsteht seiner Meinung nach nicht allein durch militärische Stärke. Dauerhafte Stabilität braucht auch Diplomatie, Gesprächsfähigkeit und die Einhegung der Rüstungsdynamik.

Gerade im Verhältnis zu Russland ist der Weg derzeit schwierig.  Aber das Ziel gemeinsamer Sicherheit darf nicht aus dem Blick geraten.

Joachim Guilliard,
 
ist in Heidelberg u.a. aktiv im Friedensbündnis Heidelberg und der VVN-BdA HD sowie bundesweit im Bundesausschuss Friedenratschlag und der Initiative "Nie wieder Krieg".

Er ist nebenbei freiberuflicher Autor mit den Schwerpunkten USA, NATO, Naher und Mittlerer Osten und Wirtschaftsblockaden sowie die Opfer westlicher Kriegspolitik.

Viele seiner Beiträge sind auch inkl. Quellenangaben auf seinem Blog  
jg-nachgetragen.blog zu finden.

 

Dr. Theodor Ziegler,
Religionspädagoge, Diakon und Liedermacher, „Sicherheit neu denken“, "Mehr Diplomatie wagen" Baden-Württemberg, Forum Friedensethik

Die Intelligente Feindesliebe (C. F. v. Weizsäcker) erfordert Kommunikation auf
Augenhöhe: "Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden". So lautet auch der Titel der jüngst erschienenen und von ihm mitverfassten Ökumenischen Friedenschrift.

Die aktuell angestrebte Sicherheit durch militärische Stärke und Überlegenheit ist kontraproduktiv und führt zu höchster Unsicherheit. Die Initiative "Sicherheit neu denken" knüpft sowohl an die biblische Friedensbotschaft wie auch an die Verständigungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr an und beschreibt ein Szenario gleich den Klimazielen der Vereinten Nationen.
Dabei gibt das politologische Konzept der Friedenslogik gute Orientierung



 


 


Kurzbericht:

Dialog statt Eskalation, Diplomatie statt Kriegstüchtigkeit
Heidelberger Friedenskonferenz warnt vor Aufrüstung, Feindbildern und gefährlicher Kriegslogik

Unter dem Motto „Respektieren – Zuhören – Verstehen“ diskutierten am 13. Juni rund 180 Teilnehmende im Haus der Begegnung über Wege zu einer neuen Entspannungspolitik.

Die Heidelberger Friedenskonferenz 2026 war mit 180 sehr gut besucht und setzte ein deutliches Zeichen gegen den mittlerweile vorherrschenden Fokus aufs Militärische in der außenpolitischen Debatte in Europa.

Nach der Begrüßung durch Hartmut Müller von pax christi Heidelberg, der auch als Versammlungsleiter fungierte, wies Joachim Guilliard vom Friedensbündnis Heidelberg in einer kurzen Einführungsrede daraufhin, dass die Konferenz zum Gedenken an den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion stattfand, der vor 85 Jahre, am 22. Juni 1941 begann.

Er erinnerte an die historische Verantwortung Deutschlands, die aus den in diesem Krieg begangenen Verbrechen erwuchs und schilderte, wie weit die aktuelle deutsche Politik sich davon entfernt hat. Das Streben nach "Kriegstüchtigkeit", die extreme Hochrüstung, um größte europäische Militärmacht in Europa zu werden, stünden dem Friedensgebot, das sich aus der deutschen Geschichte ergibt, diametral entgegen.

Anschließend sprach der ehemalige UN-Diplomat Michael von der Schulenburg. Aus seiner über 30-jährigen Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten berichtete er, dass Kriege nicht durch „Nicht-Reden“ beendet würden. Als erste Stufe brauche es Gespräche, damit es nachfolgend überhaupt zu Verhandlungen und tragfähigen Lösungen kommen könne.

Von der Schulenburg war erst kürzlich von einer Moskau-Reise zurückgekehrt, bei der er sich um Gesprächsmöglichkeiten und diplomatische Kontakte bemüht hatte. Sein Ziel sei es, wieder Kanäle zu öffnen - als notwendige Voraussetzung für spätere Verhandlungen. Frieden könne nicht durch erzwungene Kapitulation entstehen, sondern nur durch ausgehandelte Kompromisse und Interessenausgleich.

Von der Schulenburg warnte zugleich vor einer gefährlichen Eskalationsdynamik. Gerade angesichts atomarer Risiken könne schon ein Missverständnis schwerste Folgen haben - bis hin zu einem unbeabsichtigten Atomkrieg. Besonders kritisch sah er, dass in politischen und militärischen Strategiedebatten zunehmend nicht mehr nur von Verteidigung gesprochen werde, sondern offen von Krieg, Siegfähigkeit und Kriegsvorbereitung.

Arno Gottschalk, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft und des Erhard-Eppler-Kreises innerhalb der SPD, machte deutlich, dass es auch in der SPD eine friedenspolitische Basis gibt, die den derzeitigen Kurs kritisch sieht. Er warnte vor den sozialen Kosten der Aufrüstung: Während enorme Summen für das Militär vorgesehen seien, drohten zugleich Kürzungen im sozialen Bereich. Wer Sparmaßnahmen mit fehlendem Geld begründe, schulde eine Erklärung dafür, dass im Verteidigungsbereich enorme Summen für Aufrüstung ausgegeben würden. Dieses Missverhältnis dürfe nicht verschwiegen werden.

Da der angekündigte russische Generalkonsul nicht auftreten durfte, sprach stattdessen Anja Titze, die beruflich, wissenschaftlich und aktivistisch mit Frauenrechten befasst ist. Sie gab besonders Frauen und Müttern eine Stimme. In ihrer „Mutterrede“ appellierte sie an Mütter und Großmütter, sich der Kriegslogik zu verweigern und ihre Kinder nicht für Krieg und Aufrüstung herzugeben. Sie verwies auf einen grundlegenden Widerspruch: Kindern werde von klein auf beigebracht, Konflikte friedlich und ohne Gewalt zu lösen. Sobald sie aber alt genug seien, Soldaten zu werden, solle Gewalt plötzlich wieder als notwendig gelten - bis hin zum Töten.

Am Beispiel einer Einladungskarte der Bundeswehr zeigte Anja Titze, wie junge Menschen mit Abenteuerbildern angesprochen würden, während die Realität von Krieg, Töten und Sterben ausgeblendet bleibe. Zugleich stellte sie die Frage, ob diejenigen, die militärische Stärke, Sieg und gewaltsame Lösungen fordern, auch bereit wären, die eigenen Kinder dafür herzugeben.

Den Abschluss bildete ein Beitrag des Religionspädagogen Dr. Theodor Ziegler. Er betonte, Sicherheit könne niemals einseitig gedacht werden, sondern müsse immer auch die Interessen der anderen Seite einbeziehen. Zugleich wandte er sich kritisch an die Kirchen: Diese müssten ihre Haltung zu militärischer Gewalt und Aufrüstung überdenken und dürften nicht zur Vorbereitung von Krieg beitragen. Militärische Gewalt stehe in einem tiefen Spannungsverhältnis zum christlichen Friedensauftrag und zum Recht jedes Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Musikalisch begleitet wurde die Konferenz von der Heidelberger Gruppe Krakelchen, die mit friedenspolitischen Liedern zum Mitsingen einlud. Insgesamt wurde die Konferenz als gut besucht, lebendig und erfolgreich wahrgenommen.